Mythos “Textilkunst pflegen”: Was wirklich stimmt
Textilkunst an der Wand – ob als gewebter Wandteppich, textile Collage oder gefilztes Bild – verleiht Wohnräumen Wärme und Individualität. Eine hochwertige Wanddeko aus Filz zieht die Blicke auf sich und überrascht durch ihre Haptik und Textur.
Allerdings hält sich hartnäckig der Mythos, textile Kunstwerke seien schwer zu pflegen. Manche potenziellen Käufer zögern, weil sie glauben, Textilkunst würde schnell verstauben, verblassen oder sei extrem empfindlich
Doch stimmt das wirklich? In diesem Artikel widerlege ich die gängigen Mythen und zeige, warum ein Filz-Wandbild weder Staubfänger noch „Pflegefall“ ist. Fakten, historische Beispiele und praktische Tipps beweisen: Filzkunst an der Wand ist pflegeleicht, langlebig und absolut alltagstauglich.
Textilkunst im Wandel der Zeit: langlebig und bewährt
Schon seit Jahrhunderten schmücken textile Kunstwerke Wände in aller Welt. Historische Wandteppiche und Filzobjekte haben die Zeiten überdauert – ein Hinweis darauf, wie robust und beständig sie sein können.
Bereits in der Antike wurde Filz kunstvoll verarbeitet. So fand man in Zentralasien über 2.400 Jahre alte Filz-Wandbehänge, Decken und Kleidungsteile, die erstaunlich gut erhalten sind. Diese Funde belegen eine hoch entwickelte Filztechnik in jener Zeit und sehen erstaunlich modern aus.
Im europäischen Mittelalter galt textile Wandkunst als kostbar: Der berühmte Teppich von Bayeux (Frankreich) aus dem 11. Jahrhundert – ein 68 Meter langer bestickter Wandteppich – ist bis heute erhalten und wird jetzt nach fast 1000 Jahren lediglich vorsichtig restauriert und entstaubt .
Diese Beispiele zeigen: Textilkunst ist alles andere als vergänglich. Textile Wandbilder können Generationen und sogar Jahrhunderte überdauern, ohne ihren Zauber zu verlieren.
Doch warum glauben dann viele, dass Filzkunstwerke schwierig zu pflegen sind?
Und warum steht bei einem textilen Kunstwerk überhaupt als erstes die Frage nach der Pflege im Raum - wäre das bei einem Acrylgemälde auch so?
Gut möglich, dass der Begriff „Textil“ unbewusst mit Kleidung verknüpft wird.
Bei „Filz“ denkt man dann an zu heiß gewaschene Wollpullover – und schon sind wir bei den Pflegehinweisen.
Also dann - nehmen wir die häufigsten Mythen rund um die Präsentation von Filzkunst unter die Lupe!
Mythos #1: „Textilkunst ist ein Staubfänger und schwer zu reinigen.“
Falsch.
Wollfilz ist „selbstreinigend“. Zu schön, um wahr zu sein?
Schauen wir mal.
Filz scheint auf den ersten Blick widersprüchlich:
🐑Einerseits macht das in den Wollfasern enthaltene Lanolin (Wollfett) ihn schmutz- und wasserabweisend.
🐏Andererseits kann Filz Feinstaub aus der Luft binden sowie Feuchtigkeit aufnehmen und bei Bedarf wieder abgeben.
Dieser scheinbare Gegensatz erklärt sich durch die besondere Beschaffenheit der Wollfasern.
Das Lanolin (Wollfett) schützt die Oberfläche und verhindert, dass Schmutz tief eindringt.
Lanolin wirkt außerdemgeruchsneutralisierend,
leicht antibakteriell und
unterstützt die natürliche Regeneration der Fasern.
Oft reicht es schon, ein Filzobjekt hin und wieder zu lüften – die Faser regeneriert sich gewissermaßen selbst.
So bleibt dein Filzkunstwerk über viele Jahre frisch, ohne dass du etwas tun musst.
Die schuppige Faserstruktur der Wolle kann Feinstaub aufnehmen.
Anders als glatte Flächen laden sich Wollfasern jedoch nicht statisch auf – Staub „klebt“ also nicht, sondern bleibt, wenn überhaupt, nur lose an der Oberfläche haften. Ein kurzes Ausklopfen oder vorsichtiges Absaugen genügt, um ihn zu entfernen.
Tatsächlich lässt sich ein Filz-Wandbild sehr einfach staubfrei halten – ich selbst habe in zehn Jahren nicht einmal zum Staubsauger greifen müssen.
🐑 Wegen der Reinigung musst du dir also weniger den Kopf zerbrechen als bei anderen Kunstwerken oder Wohntextilien, die schnell staubig wirken.
🐏 Ein Filzgemälde erfordert weniger Aufmerksamkeit als beispielsweise ein hinter Glas gerahmtes Bild, das regelmäßig abgestaubt werden muss.
Weitere Tipps zur Reinigung findest du in meinen FAQ.
Dieses Filzbild aus der Serie “Die Farben Portugals” kannst du auf meiner Website SusiFilzt ansehen
Mythos #2: „Wandbilder aus Filz sind empfindlich und gehen leicht kaputt.“
Falsch.
Textilkunstwerke werden oft für fragil gehalten.
Auf hochwertige Filzkunst trifft das überhaupt nicht zu - sie ist überraschend strapazierfähig.
Wollfilz gehört zu den ältesten und robustesten textilen Werkstoffen überhaupt.
Ein einmal gefilztes Wandbild franst nicht aus (im Gegensatz zu manch gewebtem Stoff) und behält seine Form.
Ist ein Filzbild sachgerecht gefertigt und montiert, ist es sehr langlebig und belastbar.
Tatsächlich bewährt sich Wollfilz ja auch in ganz anderen Bereichen – von Filzhüten bis zu robusten Filzteppichen – was seine Widerstandsfähigkeit beweist.
Ein korrekt aufgehängtes Filzbild kann jahrelang hängen, ohne Schaden zu nehmen. Weder moderate Temperaturschwankungen im Raum noch trockene Luft machen dem Material etwas aus.
Schmutzablagerungen setzen sich nicht tief fest und lassen sich bei Bedarf ebenso leicht entfernen wie bei anderen Oberflächen.
Zudem ist Wollfilz von Natur aus hitzebeständig und schwer entflammbar – weit mehr als viele synthetische Materialien.
Große Hitze allein würde Filz nicht zum Brennen bringen, er kann natürlich auch nicht schmelzen wie Kunststoff.
Selbstverständlich sollte man offenes Feuer stets von Kunstwerken fernhalten; doch es ist beruhigend zu wissen, dass Wolle an der Wand im Alltag keine explizite Brandgefahr darstellt.
Auch die Lebensdauer von Filzkunstwerken ist beeindruckend.
Wie bereits erwähnt, haben Filz-Textilien in trockenen Klimagebieten oder Museen Jahrhunderte überdauert.
Die in Sibirien entdeckten Filz-Wandbehänge aus der Zeit um 400 v. Chr. zeigen, dass Filzkunst bei günstigen Bedingungen Jahrtausende bestehen kann.
Natürlich spielt die richtige Handhabung eine Rolle – aber die ist ja, wie du siehst, unkompliziert. Ein Filzbild „altert“ im Grunde nicht schneller als ein Gemälde auf Leinwand. Im Gegenteil:
Viele Besitzer berichten, dass ihre Filzkunstwerke auch nach vielen Jahren wie neu wirken.
Kurzum: Ein Wandbild aus Filz ist kein zartes Gebilde, das man mit Samthandschuhen anfassen muss.
Es ist dafür gemacht, Alltagsbedingungen standzuhalten und wird dich sehr lange begleiten.
Die Investition in Textilkunst lohnt sich also auch unter dem Aspekt der Haltbarkeit – du erwirbst ein Stück, an dem du über viele Jahre ohne Aufwand Freude haben wirst.
Mythos #3: „Wolle zieht Motten und Feuchtigkeit an.“
Falsch.
Ein weiterer Vorbehalt ist die Angst vor Schädlingen oder Schimmel durch Luftfeuchtigkeit.
Gerade Wolltextilien werden gerne mit Mottenbefall assoziiert.
Doch an der Wand ist dieses Risiko äußerst gering. Kleidermotten lieben dunkle, unbewegte Lagerorte – zum Beispiel Wollpullover, die lange im Schrank hängen.
Ein Wandbehang aus Filz hingegen hängt offen im Raum, wird vielleicht sogar ab und zu bewegt oder abgestaubt, und bietet Mottenlarven keinen geschützten Platz.
Die Erfahrung zeigt: In normal genutzten Wohnräumen kommt Mottenbefall an Wanddeko so gut wie nie vor.
Sollte dennoch Sorge bestehen, kann man vorbeugen: Zirbenholzspäne sind z.B. natürliche Mottenschutz-Helfer.
Wenn du möchtest, kannst du dein Bild sogar mit einem Zirbenholzrahmen versehen lassen, das ist dann der ultimative Schutz.
Wichtig ist vor allem, das Raumklima gesund zu halten – regelmäßiges Lüften tut nicht nur den Bewohnern gut, sondern auch der Textilkunst.
Stichwort Feuchtigkeit: Normale Luftfeuchtigkeit schadet einem Wandbild aus Wollfilz überhaupt nicht.
Im Gegenteil, reiner Wollfilz wirkt hygroskopisch – er kann bis zu 30–35% seines Eigengewichts an Feuchtigkeit aus der Luft aufnehmen, ohne sich nass anzufühlen.
Bei trockener Luft gibt er die Feuchtigkeit wieder ab.
Diese natürliche Klimaregulierung verhindert Schimmelbildung auf der Oberfläche.
Solange dein Zuhause kein ungesund feuchtes Klima hat, musst du keine Angst haben, das dien Filzbild Schaden nimmt.
Sollte der Filz doch einmal etwas klamm werden (z.B. nach sehr feuchter Witterung), reicht es, den Raum gut zu lüften. Der Filz trocknet von selbst, da die Feuchtigkeit langsam an die Luft abgegeben wird.
Mythos #4: „Textilkunstwerke sind nicht farbecht.“
Falsch.
Hochwertige Filzkunstwerke werden mit farbecht gefärbter Wolle geschaffen.
Wolle nimmt Farben sehr gut an – denke an die traditionellen Teppiche, die über Jahrhunderte ihre Leuchtkraft behalten.
Filzkunst aus mit Säurefarben gefärbter Wolle ist in der Regel lichtbeständig.
Natürlich kann extreme, direkte Sonneneinstrahlung über Jahre hinweg auch Textilfarben ausbleichen (das gilt aber ebenso für Gemälde oder Fotos).
Die einfache Lösung: Hänge deine Kunstwerke – egal ob Textil, Öl oder Acryl – nicht in dauerhafte pralle Sonne.
In normalen Wohnsituationen mit indirektem Licht behalten Filz-Wandbilder ihre Farbintensität auf lange Sicht.
Dein Filzkunstwerk wird also auch nach Jahren noch genauso schön und lebendig aussehen wie am ersten Tag.
Weitere Infos zur Farbechheit findest du in den FAQ.
Praktische Vorteile: Filz-Wandbilder verschönern den Alltag
Fassen wir zusammen:
Nachdem wir die Mythen ausgeräumt haben, lohnt sich nochmal ein Blick auf die positiven Eigenschaften von Filzkunst an der Wand.
Diese gehen über die einfache Pflege hinaus und machen Textil-Wandbilder zu einer Bereicherung für jedes Zuhause:
Einfache Pflege im Alltag: Wie gezeigt, genügt gelegentliches Abstauben oder Absaugen. Es sind keine speziellen Reinigungsmittel oder aufwändige Prozeduren nötig – pflegeleicht ist hier wirklich wörtlich zu nehmen.
Damit ist ein Filz-Wandbild so unproblematisch wie ein Bild im Rahmen, wenn nicht sogar unkomplizierter, da es unzerbrechlich ist.Langlebigkeit: Ein gut gefertigtes Filzkunstwerk hält jahrzehntelang. Es kann sogar zu einem Familienerbstück werden, das weitergegeben wird – mit der Geschichte, die es trägt. Anstatt mit der Zeit an Schönheit zu verlieren, gewinnt textile Kunst oft noch an Charakter.
Raumklima und Akustik: Wollfilz leistet einen praktischen Beitrag zum Wohlfühlklima. Er wirkt schallschluckend – große Filz-Wandbehänge dämpfen den Hall in Räumen deutlich.
So verbessert Textilkunst ganz nebenbei die Raumakustik, was insbesondere in modern eingerichteten Wohnräumen mit glatten Flächen ein Vorteil ist.
Zudem reguliert Filz die Luftfeuchtigkeit auf natürliche Weise (wie oben beschrieben), was zu einem angenehmen Wohnklima beiträgt.Sicherheit: Anders als Glasbilder kann ein Filz-Wandbild nicht splittern oder zu Bruch gehen.
Das Material ist schwer entflammbar und entwickelt im Brandfall kaum giftigen Rauch – eine gewisse Beruhigung im Hinterkopf, auch wenn man natürlich hofft, dass es nie relevant wird.Ästhetik und Individualität: Filz- und Textilkunst bietet eine einzigartige Optik. Die dreidimensionale Textur, das Spiel von Farben und Fasern sowie die handwerkliche Fertigung machen jedes Stück zu etwas Besonderem.
In einer Welt voller Drucke und Leinwandbilder sticht ein Filzgemälde als ungewöhnlicher Blickfang hervor. Es verleiht dem Raum Persönlichkeit.Nachhaltigkeit: Wolle ist ein natürlich nachwachsender Rohstoff.
Ein Wandbild aus echter Wollfilzkunst ist frei von Plastik, handgefertigt und langlebig – also das Gegenteil von Wegwerf-Deko.
Damit punktest du in Sachen Umweltbewusstsein.
Viele FilzkünstlerInnen beziehen ihre Wolle aus artgerechter Tierhaltung.
Du kannst also dein Zuhause mit gutem Gewissen verschönern.
Dieses Filzbild aus der Serie “Die Farben Portugals” - kannst du auf meiner Website SusiFilzt ansehen
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Fazit: Pflegeleichte Kunst – überzeugt durch Fakten
Die Angst, Textilkunst könnte pflegeintensiv oder empfindlich sein, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als unbegründet.
Filz-Wandbilder vereinen ästhetische Schönheit mit erstaunlicher Alltagstauglichkeit.
Staub lässt sich leicht entfernen.
Wolle besitzt selbstreinigende Kräfte und einen robusten Charakter.
Historische Beispiele wie antike Filzbehänge oder mittelalterliche Wandteppiche zeigen, dass textile Kunstwerke die Zeit überdauern können – und moderne Filzkunst steht dem in nichts nach.
Vorurteile wie „Staubfänger“ oder „Mottenmagnet“ wurden mit Fakten widerlegt: Bei normaler Nutzung und minimaler Pflege bleibt ein Filz-Wandbild viele Jahre lang schön.
Wenn du ungewöhnliche Kunstwerke liebst, bedeutet das: Du kannst dir ruhigen Gewissens ein Stück Textilkunst ins Haus holen.
Lass dich also nicht von alten Mythen abschrecken.
Textile Kunstwerke bringen Wärme, Stil und Geschichte in dein Heim, ohne dich im Alltag zu belasten.
Habe ich dich von den Vorteilen überzeugt?
Ein Filzbild an der Wand könnte genau das fehlende i-Tüpfelchen für deine Einrichtung sein.
Meine Bilder:
Galerie auf meiner Website SusiFilzt (beachte auch die Archivseite mit bereits verkauften Bildern - zur Inspiration!)
Galerie FeltartNextGen
Hier kannst du weiterlesen:
Blogartikel Filzkunst auf Akustikplatten
Blogartikel Filzbilder aus Schafwolle: Ästhetik für das Raumklima
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Susi Weber ist Expertin für gefilzte Gemälde und erzählt als “Filzbotschafterin” gerne von dieser nachhaltigen Kunst.
Kontakt: feltingfrenzy@gmx.at